ES 2008-2011

 

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Der Entwicklungsschritt 2008 - 2011

Veränderung der Bedrohungslage durch Terrorismus, Natur- und Zivilisationskatastrophen oder "Entwicklungsschritt 2008-2011"

(ES 2008-2011)

Als Antwort auf die Veränderung der Bedrohungslage durch Terrorismus, Natur- und Zivilisationskatastrophen hat der Bundesrat mit Botschaft vom 31. Mai 2006 eine Revision der Verordnung der Bundesversammlung über die Organisation der Armee (AO) und eine Änderung des Bundesgesetzes über Massnahmen zur Verbesserung des Bundeshaushaltes vorgeschlagen. Diese Rechtsetzungsvorhaben dienen der rechtlichen Umsetzung des so genannten Entwicklungsschrittes 2008/11 der Armee.

Der Entwicklungsschritt 2008/11 ist nach Ansicht des Bundesrates eine Folge der Veränderung der Bedrohungslage durch den Terrorismus sowie andere neue Bedrohungsfaktoren wie natur- oder zivilisationsbedingte Katastrophen und beinhaltet eine Verstärkung der Verbände für die Raumsicherung und die subsidiären Einsätze, verbunden mit einer gleichzeitigen Reduktion bei den Kampfverbänden.

Zu berücksichtigen sind dabei auch die finanziellen Einschränkungen, die für die Armee aus den Entlastungsprogrammen 2003 und 2004 resultieren. Die Meinungen anlässlich der Behandlung der Botschaft in der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats (SiK-N) und im Nationalrat waren kontrovers4. Die Ratslinke verlangte eine stärkere Bestandesreduktion, während für die Ratsrechte der Abbau bei den Kampfformationen zu weit ging. Der Nationalrat lehnte schliesslich die vom Bundesrat beantragte AO-Revision in der Gesamtabstimmung vom 3. Oktober 2006 ab, während die Revision des Gesetzes über Massnahmen zur Verbesserung des Bundeshaushaltes gutgeheissen wurde.

2009

Der Enwicklungsschritt 2008 – 2011 (ES 08/11) zeigt erste Folgen bei der L Lwf Flab: er wurde bei der Fliegerabwehr weitgehend schon mit Stichdatum 1. Januar 2009 umgesetzt.

 Bestandsmässig hat er eine weitere substantielle Reduktion der Abteilungen zur Folge, wie das nachfolgende Grafik zeigt:

Die Ordre de Bataille der Lehrverbandes Flab 33 (Flab Brigade) sieht mit der Umsetzung des Entwicklungsschritte 2008/11 seit dem 1.1.2009 wie folgt aus:

Die L Lwf Flab besteht, wie die vorstehende OB (Ordre de Bataille) zeigt, nur noch aus den vier L Flab Lwf Abt 1, 5, 7 und 9, sowie aus den Reserveabteilungen 8 und 10.

Die Reduktion der Anzahl Feuereinheiten pro Abteilung fällt erfreu-licherweise nicht so stark ins Gewicht wie man hätte befürchten können, denn infolge einer geschickten Aufstockung im Zwischenschritt 2004 verfügt die Abteilung nach wie vor über 24 Feuereinheiten.

 

Die Feuereinheit präsentiert sich wie folgt:

Im Rahmen des Entwicklungsschrittes 08/11 ist zudem geplant, den Mannschaftsbestand der FE im Jahr 2011 um 2 Mann zu erhöhen.

 Die L Flab Lwf Abteilung verfügt jetzt über 4 Luftbeobachtergruppen mit 4 ALERT-Radars. Die L Beob Gruppe präsentiert sich wie folgt:

2011

Am 25. Juni 2011 feierte die schweizerische Fliegerabwehr ihr 75-jähriges Bestehen im Rahmen eines öffentlichen Anlasses im Air Force Center Dübendorf.

Im Rahmen des Anlasses wurden der Öffentlichkeit die Fliegerabwehrmittel von gestern (Museum), heute (Ausstellung und Demonstration der heute im Einsatz stehenden Flabmittel) und morgen (Ausstellung von zukünftigen Flab Technologien) vorgestellt. Flugvorführungen der Schweizer Luftwaffe und ein Konzert der Swiss Army Big Band rundeten die Feierlichkeiten ab.

Für Fachleute und interessierte Laien wurde ein Symposium zum Thema „Bodengestützte Luftverteidigung (BODLUV) unterhalb der Kriegsschwelle“ organisiert (MOOTW - Military Operation Other Than War). Gipfeltreffen und öffentliche Grossanlässe (HVE, High Visibility Events) können heute mit relativ einfachen Mitteln wie etwa Hanggleitern, Deltaseglern, Kleinstdrohnen (auch bewaffnete Kleinsthelikopter) usw. bedroht werden, weshalb sich die organisierenden Länder vermehrt und besonders intensiv mit den entsprechenden Schutzmassnahmen befassen müssen. Die Schweiz ist auf diesem Gebiet weltweit führend. Das Symposium befasste sich mit ebendieser Thematik:

  • Einleitend wurde eine Analyse der zukünftigen Bedrohung und davon abgeleitet die Notwendigkeit für den Einsatz der BODLUV unterhalb der Kriegsschwelle angestellt. Die damit verbundenen Auflagen erfordern spezielle Systeme und Verfahren.

  • „High Visibility Event Protection“ wird auch in Spanien sehr ernst genommen. Der spanische Brigadegeneral Maestre präsentierte die Erfahrungen seiner Armee in diesem Bereich der Verteidigung.

  • Die Schweizer Fliegerabwehr kommt mit BODLUV CONTROL regelmässig zum Einsatz. Erfahrungen aus den Einsätzen „APOLLONAIRE 2010“ (Schutz des Frankophonie-Gipfels in Montreux) und „WEF 2011“ (World Economic Forum 2011 in Davos) werden durch den Chef Einsatz der Luftwaffe vorgestellt. Dabei wird aufgezeigt, dass insbesondere im grenznahen Gebiet guten Staatsverträgen eine bedeutende Rolle zukommt. Dort, wo eine enge Zusammenarbeit mit ausländischen Luftwaffen aufgrund des Staatsvertrages nicht möglich ist, spielt der Einsatz der Flab eine besondere Rolle.

  • Es gibt auch besonders gelagerte Fälle im Bereich der BODLUV aufgrund neuer Bodrohungsarten.  Die deutsche Luftwaffe hat mit MANTIS (Modular, Automatic and Network capable Targeting and Interception System) ein kanonenbasiertes BODLUV System gegen Raketen- und Mörser-Beschuss in Beschaffung. MANTIS ist ein stationäres Luft-Nahbereichs-Flabsystem, das auch kleine Ziele wie Drohnen/UAV (Unmanned/Uninhabited/Unpiloted Aerial Vehicle), Lenkwaffen und sogenannte RAM-Ziele (Raketen, Artilleriegeschosse und Mörser) bekämpfen kann. (C-RAM ist das Akronym für Counter-Rocket, Artillery and Mortar). Mit MANTIS  sollen die Feldlager in Afghanistan geschützt werden. Der stellvertretende Kommandeur der MANTIS Gruppe analysierte die Herausforderungen für diesen Einsatz.

 

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Last Update: 04.11.2011