Entstehung der L Flab

 

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Die Entstehung der (Leichten) Fliegerabwehr

Im Ausland

 

Die weitere Entwicklung der Fliegerabwehr erfolgt, den Einsatzhöhen der damaligen Luftfahrzeuge entsprechend, im Bereich der Geschütze mit einem Kaliber um die 7.5 cm, also der schweren Fliegerabwehr. Diese ist hier nicht von besonderem Interesse und wird deshalb nicht weiter beschrieben.

1911

In Frankreich machte sich eine Studienkommission Gedanken über den Einsatz von Infanteriewaffen gegen Luftfahrzeuge. Sie kommt zum Schluss, dass vom Infanterie-Flab-Schiessen keine besondere Wirkung gegen Freiballone zu erwarten sei, wohl aber gegen Luftschiffe bis zu einer Distanz von 1200 m.

1915

Deutschland. Im Verlaufe des WK I greift die alliierte Luftwaffe ab etwa Mitte 1915 vermehrt auch in geringen Höhen an, weil man in den nicht kämpfenden Truppen, den rückwärtigen Verbindungen und Einrichtungen sowie den Feuerleit-Fesselballonen der Artillerie lohnende Ziele erkennt. Das bedeutet eine neue Herausforderung an die deutsche Fliegerabwehr, denn die schweren Flab Kanonen können den überraschend auftauchenden Tieffliegern nicht schnell genug folgen und die Wirkung der Flab-Maschinengewehre ist in diesem Fall zu gering. Kleinkalibrige Geschütze mit hoher Schussfolge werden deshalb gefordert. Eine Neukonstruktion ist aber aus zeitlichen Gründen nicht möglich.

 

Das deutsche Marineamt springt ein und stellt 216 Maschinenkanonen mit Kaliber 37 mm aus alten Bootskanonenbeständen zur Verfügung. Diese haben eine Feuergeschwindigkeit von 250 Schuss/min bei einer Vo von 540 m/s und die maximale Schussdistanz beträgt 6000 m. Diese Geschütze werden mit einer Dreh-Sockellafette und einem Ringkorn ausgerüstet und alsdann bis auf eine Wirkungsdistanz von 2500 m gegen tief fliegende Flugzeuge eingesetzt. Als Munition werden Vollgeschosse mit Leuchtspur verwendet. Im September 1915 sind schon 100 solcher Geschütze im Einsatz.

 

Für den Flabschutz der Infanterie dagegen bewähren sich diese Geschütze nicht. Sie sind zu schwer und unhandlich. Krupp ändert die Sockellafetten einiger 37 mm - Zeppelin-Bordgeschütze und montiert diese auf Karren, die im Pferde- und Handzug rasch im Gelände bewegt und in Stellung gebracht werden können. Diese Konstruktion erfährt noch einige Änderungen und bleibt bis zum Kriegsende im erfolgreichen Fliegerabwehr-Einsatz an exponierter Stelle.

1915

In Deutschland erkennt man, dass aus dem vorhandenen (noch ungenügenden) Material nur dann ein Maximum herausgeholt werden kann, wenn man Offizieren und Mannschaften eine gründliche Schiessausbildung ermöglicht. Die Flab-Schiess-Schule Ostende wird gegründet, der Lehrbatterien für alle Kaliber zur Verfügung stehen. Eine Fülle von Erfindungen und Vorschlägen zur Verbesserung der Schiessverfahren ist eine direkte Folge dieser Schulgründung. Man  richtet deshalb in Ostende ein Versuchskommando ein, zu dessen Aufgabenkreis auch die flabwissenschaftliche Ausbildung der Ausbildner in Schulen und Kursen sowie besonders befähigter Front-Offiziere gehört. 

 

 

 

 

Die Entstehung der (Leichten) Fliegerabwehr

In der Schweiz : Die Infanterieflab

1915

Vorschriften für den Beschuss von Flugzielen mit Infanteriewaffen werden erlassen. Als geeignete Waffen kommen das Gewehr und das Maschinengewehr in Frage.

 

Mit dem Gewehr schiesst man in Zugsstärke und zur Erhöhung der Trefferwahrscheinlichkeit in sog. Visiersprüngen à 200 m. Als beste Schützenstellung gilt "liegend", mit dem Tornister unter dem Kopf. Stehend schiesst man, wenn Auflagemöglichkeiten in Hecken, Bäumen oder auf Holzpalissaden zur Verfügung stehen.

 

Mit dem MG legt man auf Mauern, Barrieren usw auf. Die Mitr Kp erfinden während dem Aktivdienst die verschiedensten Behelfsmittel.

 

Bald erkennt man verschiedene Schiessprobleme. Beispielsweise verfügen einzelne Flugzeugtypen bereits über Panzerungen von 4 mm Chromstahl. Diese Erkenntnis stellt den Einsatz des Langgewehrs als Flabwaffe in Frage, denn über 1000 m Schussdistanz hält diese Panzerung dessen Beschuss bereits stand. Auch der mit zunehmender Distanz kleiner werdende Schusswinkel bereitet den Schützen Schwierigkeiten, so dass man ein automatisch sich verstellendes Visier fordert. Auch Vorhalteprobleme tauchen auf, vor allem Querwind, der nicht nur die Geschossflugbahnen beeinflusst, sondern auch die Flugzeuge seitlich verschiebt! Man arbeitet deshalb Vorhaltetafeln aus für Flugzeuge mit einer Geschwindigkeit von 150, 120 und 80 m/s. Die Feuerleitenden müssen sich den Vorhalt in Flugzeuglängen für 3 Geschwindigkeiten zu je 7 Schussdistanzen (das sind 21 verschiedene Vorhaltewerte) merken! Auch das Einhalten der Schussdistanz bereitet Schwierigkeiten. Es gab noch keine Telemeter, so dass man sich mit Schablonen für die Distanzschätzung behilft. Deren Anwendung ist aber auch problematisch, da die Distanz nur im Direktanflug oder, bei einem Vorbeiflug, im Wechselpunkt zutreffend ist. Interpolation bzw Abschätzung ist deshalb der Normalfall.

 

Eine weitere Schwierigkeit der Infanteriefliegerabwehr ist das Unvermögen des menschlichen Auges, Flugzeuge auf Distanzen über 2000 m  rechtzeitig zu erkennen bzw zu erfassen. Aus dieser Erkenntnis heraus stellt sich die Forderung nach einer wirkungsvollen Luftspähorganisation.

 

Schon 1915 laufen unsere Flabkanoniere Gefahr, eigene Flugzeuge abzuschiessen. Sie müssen deshalb 11 deutsche, 13 französische und 2 englische Flugzeugtypen von den eigenen Flugzeugen unterscheiden können. Für den Flugzeugerkennungsdienst stehen bereits entsprechende Erkennungstafeln zur Verfügung.

 

Trotz vieler Versuche und grösster Anstrengungen wird bis Kriegsende nie ein Abschuss erzielt.

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Last Update: 04.11.2011